Pflegeplanung nach PESR

ATL: Sich bewegen

Probleme & Ressourcen (PESR) Ziele Maßnahmen
P: Patientin ist aufgrund der Hämatomausräumung mit VAC-Pumpe und Schmerzen aktuell stark in ihrer Mobilität eingeschränkt und kann nicht selbstständig aufstehen oder gehen; erhöhtes Sturzrisiko.
E: Subkutanes Hämatom am linken Unterschenkel mit operativer Hämatomausräumung, VAC-Therapie, vorausgegangene Stürze, Coxarthrose, Angst vor erneutem Sturz.
S: Patientin kann sich im Bett nur minimal bewegen, Aufsetzen an die Bettkante nur mit Hilfe möglich, Gehen nicht möglich, äußert starke Sturzangst.
R: Oberkörper noch teilweise beweglich, kann Arme gezielt einsetzen, ist motiviert zur Mitarbeit, kann Anweisungen folgen.
- Die Patientin beteiligt sich im Rahmen ihrer Möglichkeiten aktiv an der Mobilisation im Bett und beim Positionswechsel.
- Die Patientin erlebt Mobilisationssituationen als möglichst sicher und berichtet über eine Reduktion ihrer Sturzangst.
- Mobilisation im Bett (Rutschen, Drehen, Aufrichten) mit zwei Pflegekräften nach ärztlicher/physiotherapeutischer Vorgabe unter Berücksichtigung der VAC-Anlage.
- Sicheres Lagern im Bett mit hochgestellten Seitenteilen nach Absprache, Klingel in Griffweite, Schläuche (VAC, O2) sichern (Sturzprophylaxe).
- Vor jeder Umlagerung die Patientin über Ablauf informieren, Ängste ernst nehmen, Sicherheit vermitteln.
- Anleitung und Unterstützung zu aktiven/assistiven Bewegungsübungen der Beine mehrmals täglich (Thromboseprophylaxe).

ATL: Sich waschen / sich pflegen

Probleme & Ressourcen (PESR) Ziele Maßnahmen
P: Patientin kann sich aufgrund der Mobilitätseinschränkungen nur teilweise selbst waschen und ist auf Unterstützung bei der Ganzkörperpflege angewiesen; es besteht Risiko für Hautschäden und Dekubitus.
E: Immobilität, Wundschmerzen, VAC-Pumpe, frühere Dekubitusvorgeschichte am Steiß, bestehende Wunden am rechten Unterschenkel, Steißbereich und linken Handrücken.
S: Patientin wäscht Gesicht und Teile des Oberkörpers selbstständig, benötigt jedoch Hilfe bei Rücken, Genitalbereich und Beinen; Hautläsionen an drei Stellen vorhanden, minimaler Dekubitusverdacht am Steiß.
R: Kann Arme gezielt einsetzen, zeigt Bereitschaft zur Mitarbeit bei der Teilpflege, akzeptiert Anleitung.
- Die Patientin ist im Rahmen ihrer Fähigkeiten in die tägliche Körperpflege einbezogen und übernimmt Gesicht und Oberkörperpflege weitgehend selbstständig.
- Haut und Wunden bleiben möglichst reizarm, ohne Fortschreiten von Hautschäden oder Entwicklung eines Dekubitus.
- Tägliche Teil- bzw. Ganzkörperpflege im Bett, Patientin übernimmt Gesicht und Teile des Oberkörpers selbst, Pflegekraft unterstützt bei Rücken, Genitalbereich, Beinen.
- Hautinspektion bei jeder Pflege, besondere Aufmerksamkeit für Steiß, Fersen, Wundbereiche, Hautfalten (Dekubitusprophylaxe).
- Schonende Reinigung mit pH-hautneutralen Produkten, sorgfältiges Abtrocknen, Hautschutz nach Bedarf.
- Verbandkontrolle und Wundversorgung nach ärztlicher Anordnung, VAC-Anlage auf Funktion und Exsudatmenge prüfen.

ATL: Essen und Trinken

Probleme & Ressourcen (PESR) Ziele Maßnahmen
P: Patientin hat nach Nahrungsaufnahme Übelkeit, wodurch das Risiko besteht, dass sie Nahrungs- und Flüssigkeitsmengen reduziert.
E: Aktuelle Erkrankung und Operation, Medikamente, Bettlage, genaue Ursache noch unklar.
S: Patientin berichtet, dass ihr nach dem Essen schlecht wird, zeigt zurückhaltendes Essverhalten aus Sorge vor Übelkeit.
R: Ist in der Lage, mit Bereitstellung durch Pflegekraft selbst zu essen und zu trinken, kann Beschwerden benennen.
- Die Patientin nimmt die angebotenen Mahlzeiten entsprechend ihrem Bedarf und ärztlicher Vorgabe ohne deutliche Reduktion aufgrund von Übelkeit zu sich.
- Die Patientin berichtet über eine Verringerung der Übelkeit nach Mahlzeiten.
- Mahlzeiten appetitlich anrichten, kleine Portionen anbieten, ggf. Zwischenmahlzeiten einplanen.
- Patientin aufrecht oder mit erhöhtem Oberkörper lagern während und nach der Nahrungsaufnahme (Pneumonieprophylaxe/Aspirationsrisiko verringern).
- Beobachtung und Dokumentation von Übelkeit (Zeitpunkt, Stärke, Zusammenhang mit Speisen), Rückmeldung an ärztlichen Dienst.
- Ausreichende Flüssigkeitszufuhr sicherstellen, Getränke regelmäßig anbieten, Bilanzierung nach hausinternem Standard.

ATL: Ausscheiden

Probleme & Ressourcen (PESR) Ziele Maßnahmen
P: Patientin hat eine leichte Harn- und Stuhlinkontinenz und erkennt den Drang teilweise zu spät, wodurch es zu unkontrollierten Ausscheidungen und Hautgefährdung kommt.
E: Alter, Mobilitätseinschränkung, verzögerte Wahrnehmung des Ausscheidungsdrangs, Vorerkrankungen.
S: Patientin bemerkt gelegentlich erst verspätet, dass sie zur Toilette müsste; Inkontinenzepisoden mit notwendigem Wechsel von Inkontinenzmaterial.
R: Patientin spricht über ihre Situation, akzeptiert Hilfsmittel, ist zur Mitarbeit bereit.
- Die Patientin wird bei der Ausscheidung so unterstützt, dass Hautirritationen möglichst vermieden werden.
- Die Patientin erlebt die Versorgung bei Inkontinenzereignissen als würdevoll und schambewusst.
- Regelmäßiges Angebot der Toilette/Toilettenstuhl/Steckbecken nach Rhythmus und vor Ruhephasen.
- Verwendung von geeignetem Inkontinenzmaterial, zeitnaher Wechsel, Hautschutzcreme im Intimbereich (Obstipations/Hautprophylaxe).
- Sorgfältige Intimpflege bei jeder Verschmutzung, gründliches, schonendes Reinigen und Trocknen.
- Beobachtung der Stuhlgewohnheiten, frühzeitige Info des Arztes bei Obstipationszeichen (Obstipationsprophylaxe).